Kerdiaz ist unausweichlich. Ganz gleich, welche Wege man während seines Lebens beschreitet, schlussendlich wird man sich ihm gegenüber wiederfinden und nicht zuletzt deswegen wird sein Name stets mit einer gewissen Furcht im Ton gesprochen. Zwar gilt er als negativ betrachtete Erscheinung und findet wenig Freunde unter den Sterblichen, doch sorgt die Unausweichlichkeit der Begegnung dafür, dass niemand es wagen würde, ihn zu verärgern, da sein Zorn einen über das Leben hinaus verfolgt.
Sich mit ihm verbunden zu fühlen bedeutet zumeist ein jähes Ende.
Die Darstellungen des Todes haben eine breite Variation, die von den Eindrücken und Wahrnehmungen der betreffenden Region abhängig ist. Besonders in südlichen Gebieten Jaons wird er primär als rachsüchtige Erscheinung betrachtet, die stets von dickem Blut bedeckt ist und verzerrte Spuren auf ihren Pfaden hinterlässt, während sie sich all jene nimmt, die nicht schnell genug vor ihr flüchten können.
In den Arealen des Nordens dagegen bestehen seine Darstellungen häufig aus einer schattenhaften Kreatur, die den Betrachter mit kalten, fahlen Augen anstarrt und voller Geduld darauf zu warten scheint, seine Seele wieder sein Eigen nennen zu können. Seine Präsenz wird als allgegenwärtig abgebildet, als etwas, das jederzeit vollkommen unbemerkt in den um einen liegenden Schatten lauern kann, bis es zu spät ist.
Gelegentlich finden sich in seinen Abbildungen auch Spiegel zurückliegender Kriege oder dramatischer Ereignisse, die viele Opfer forderten. In diesen Szenen wird er als alleiniger Herrscher dargestellt und wird häufig von einem feinen Nebel aus hellen Schlieren überzogen, der für die Seelen stehen soll, die er an jenem Tag an sich nahm.
Je dichter der Nebel, desto mehr Opfer fielen in jener Zeit.
Aktive Bemühungen, sich seine Magie aneignen zu wollen, sind aufgrund vorangegangener Tragödien längst nicht mehr gestattet und diejenigen, die es versuchen, werden unabhängig von ihrem Stand zu einem Geschenk an ihre angebetete Gottheit selbst.
Er wird im Glauben von Jaon beinahe weltweit als negative Erscheinung eingestuft.
Kerdiaz bildet eine Hälfte der ersten Generation an Götter und ist mit einer Form der Magie behaftet, mit der man kaum konkurrieren kann. Mit dem Tod als angestammtes Gebiet ist das Ende von allem nahezu in seinen Namen geschrieben und verleiht ihm unbeschreibliche Kontrolle über alles, was sich um Bestehen bemüht.
